Allergien gehören zu den häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit und beeinträchtigen die Lebensqualität von Millionen Menschen. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem überempfindlich auf eigentlich harmlose Substanzen wie Pollen, Hausstaubmilben, bestimmte Nahrungsmittel oder Tierhaare. Diese als Allergene bezeichneten Stoffe lösen eine Kaskade von Abwehrreaktionen aus, die sich in verschiedensten Symptomen äußern können – von lästigem Heuschnupfen bis hin zu lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schocks.
Die Häufigkeit allergischer Erkrankungen hat in den letzten Jahrzehnten dramatisch zugenommen. Experten sprechen bereits von einer „Allergie-Epidemie“ des 21. Jahrhunderts. Tatsächlich leidet heute etwa jeder dritte Erwachsene an mindestens einer Allergie, bei Kindern liegt die Zahl sogar noch höher. Umso wichtiger ist es, die Ursachen und Mechanismen von Allergien zu verstehen, Symptome frühzeitig zu erkennen und wirksame Strategien zur Behandlung und Prävention zu entwickeln.
Allergie-Fakten 2026: Etwa 30% der Weltbevölkerung leiden an mindestens einer Allergie – Tendenz steigend.
Die häufigsten Allergieauslöser sind Pollen, Hausstaubmilben, Nahrungsmittel (besonders Nüsse, Milch, Ei) und Tierhaare.
Bei schweren allergischen Reaktionen zählt jede Minute: Ein Notfallset mit Adrenalin-Autoinjektor kann lebensrettend sein.
Was sind Allergien und wie entstehen sie?
Allergien sind überschießende Reaktionen des Immunsystems auf eigentlich harmlose Substanzen wie Pollen, Nahrungsmittel oder Hausstaubmilben. Bei der Entstehung spielt die genetische Veranlagung eine wesentliche Rolle, wobei Menschen mit allergischen Eltern ein deutlich erhöhtes Risiko haben, selbst Allergien zu entwickeln. Der erste Kontakt mit dem Allergen, auch Sensibilisierung genannt, verläuft meist unbemerkt, während bei erneutem Kontakt die typischen allergischen Symptome wie Niesen, Hautausschlag oder Atembeschwerden auftreten können, die manchmal sogar einen Wohnungswechsel notwendig machen. Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung, übertriebene Hygiene und ein veränderter Lebensstil tragen zudem zur steigenden Zahl von Allergikern in industrialisierten Ländern bei.
Häufige Allergieauslöser in unserem Alltag
In unserem Alltag begegnen uns zahlreiche Allergieauslöser, die für Betroffene zu erheblichen Beschwerden führen können. Laut einer Erhebung aus dem Jahr 2026 reagieren mittlerweile mehr als 30% der Deutschen allergisch auf mindestens einen der häufigen Trigger wie Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder bestimmte Nahrungsmittel. Besonders heimtückisch sind versteckte Allergene in Kosmetika, Reinigungsmitteln und Textilien, die oft erst durch wiederholten Kontakt identifiziert werden können. Für eine genaue Diagnose und individuelle Behandlungsoptionen sollten Betroffene einen Allergologen aufsuchen und können sich vorab auf spezialisierten Informationsportalen über ihre Symptome informieren. Die moderne Allergiediagnostik ermöglicht mittlerweile präzisere Nachweismethoden, sodass selbst komplexe Kreuzallergien besser verstanden und behandelt werden können.
Typische Symptome bei allergischen Reaktionen

Allergische Reaktionen können sich durch eine Vielzahl von körperlichen Beschwerden bemerkbar machen, die je nach Allergieart und individueller Veranlagung unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Typische Anzeichen sind gerötete und juckende Augen, laufende Nase, Niesen sowie Hautausschläge, die häufig mit einem intensiven Juckreiz verbunden sind, der einen erholsamen Schlaf erheblich stören kann. Bei schwereren Reaktionen können auch Atembeschwerden, Schwellungen im Gesichts- und Rachenbereich oder sogar lebensbedrohliche anaphylaktische Schocks auftreten. Die Symptome treten meist unmittelbar nach dem Kontakt mit dem Allergen auf, können sich aber auch verzögert entwickeln und über Stunden oder Tage anhalten.
Diagnosemöglichkeiten: Wie Allergien erkannt werden
Die Diagnose von Allergien beginnt typischerweise mit einer gründlichen Anamnese, bei der der Arzt den Patienten zu seinen Symptomen und deren zeitlichem Auftreten befragt. Anschließend kommen häufig Hauttests zum Einsatz, bei denen potenzielle Allergene auf oder unter die Haut gebracht werden, um Reaktionen zu beobachten. Seit 2025 stehen auch immer sensitivere Bluttests zur Verfügung, die spezifische Antikörper (IgE) gegen bestimmte Allergene im Körper nachweisen können. In schwierigeren Fällen oder bei unklaren Ergebnissen können Provokationstests durchgeführt werden, bei denen der Patient unter ärztlicher Aufsicht kontrolliert dem vermuteten Allergen ausgesetzt wird.
- Umfassende Anamnese als erster Schritt zur Allergiediagnose
- Hauttests wie Prick- oder Patchtests zum direkten Nachweis allergischer Reaktionen
- Moderne Bluttests ermitteln allergenspezifische IgE-Antikörper
- Provokationstests als Goldstandard bei unklaren Diagnosesituationen
Behandlungsmethoden und Medikamente gegen Allergien
Bei der Behandlung von Allergien stehen verschiedene wirksame Methoden zur Verfügung, wobei Antihistaminika als Erstlinientherapie häufig zur Linderung akuter Symptome wie Juckreiz und Niesen eingesetzt werden. Neben Tabletten kommen auch topische Medikamente wie Nasensprays oder Augentropfen zum Einsatz, die gezielt an betroffenen Körperstellen wirken. Für schwerwiegendere allergische Reaktionen kann eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) sinnvoll sein, bei der der Körper schrittweise an das Allergen gewöhnt wird. Kortisonpräparate werden bei besonders starken Entzündungsreaktionen temporär verordnet, sollten jedoch wegen möglicher Nebenwirkungen nicht dauerhaft eingenommen werden. Bei lebensbedrohlichen allergischen Reaktionen ist die sofortige Anwendung von Adrenalin mittels eines Notfallsets für Betroffene überlebenswichtig, weshalb Risikopatienten stets einen Adrenalin-Autoinjektor bei sich tragen sollten.
Antihistaminika blockieren die Wirkung des Botenstoffs Histamin und lindern dadurch die typischen Allergiesymptome wie Juckreiz, Niesen und tränende Augen.
Eine spezifische Immuntherapie kann bei regelmäßiger Durchführung über 3-5 Jahre die Ursache der Allergie bekämpfen und nicht nur die Symptome.
Allergiker mit Risiko für anaphylaktische Reaktionen sollten immer einen Notfallplan und Adrenalin-Autoinjektor bei sich tragen und nahestehende Personen über die korrekte Anwendung informieren.
Präventionsstrategien: So können Sie Allergien vorbeugen
Die Vermeidung von Allergieauslösern ist ein wesentlicher Bestandteil jeder effektiven Präventionsstrategie, wobei regelmäßige Reinigung und der Einsatz von allergenfreien Materialien in Wohnräumen besonders wirksam sein können. Eine ausgewogene Ernährung und die Stärkung des Immunsystems durch regelmäßige Bewegung tragen ebenfalls dazu bei, allergische Reaktionen zu reduzieren und die körpereigenen Abwehrkräfte zu stärken. Der bewusste Verzicht auf schädliche Substanzen wie Drogen oder Nikotin unterstützt nicht nur die allgemeine Gesundheit, sondern kann auch das Risiko für die Entwicklung neuer Allergien deutlich senken.
Häufige Fragen zu Allergien verstehen
Was ist eine Allergie und wie entsteht sie?
Eine Allergie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf normalerweise harmlose Substanzen aus der Umwelt. Bei der Erstbegegnung mit dem Allergen bildet der Körper spezifische Antikörper, was als Sensibilisierung bezeichnet wird. Bei erneutem Kontakt erkennt das Immunsystem den vermeintlichen Eindringling und löst eine Abwehrreaktion aus. Dabei werden Entzündungsbotenstoffe wie Histamin freigesetzt, die die typischen allergischen Beschwerden verursachen. Diese Überempfindlichkeitsreaktion kann genetisch bedingt sein – das Risiko einer allergischen Erkrankung steigt, wenn nahe Verwandte unter Unverträglichkeiten oder atopischen Leiden leiden.
Welche häufigen Allergieauslöser gibt es?
Zu den häufigsten Allergieauslösern zählen Pollen verschiedener Pflanzen (besonders Gräser, Bäume und Kräuter), die saisonale Heuschnupfen-Beschwerden verursachen. Hausstaubmilben und ihre Ausscheidungen sind ganzjährige Allergene, die in Matratzen, Polstermöbeln und Teppichen vorkommen. Tierallergene stammen vor allem von Haustieren wie Katzen, Hunden oder Nagetieren – dabei sind nicht primär die Haare das Problem, sondern Proteine in Speichel, Hautschuppen und Urin. Bei Nahrungsmittelallergien reagieren Betroffene besonders häufig auf Nüsse, Milch, Eier, Fisch, Schalentiere und Soja. Auch Insektengift, bestimmte Medikamente und Chemikalien können als allergieauslösende Reizstoffe wirken.
Wie unterscheiden sich Allergiesymptome je nach Allergentyp?
Die Symptomatik allergischer Reaktionen variiert je nach betroffenem Organsystem und Allergentyp. Bei Inhalationsallergenen wie Pollen treten typischerweise Niesattacken, laufende Nase, juckende, tränende Augen und Atembeschwerden auf. Nahrungsmittelallergien äußern sich durch Schwellungen der Lippen und des Rachens, Magen-Darm-Beschwerden wie Krämpfe oder Durchfall sowie manchmal Hautausschläge. Kontaktallergien führen zu lokalen Entzündungsreaktionen mit Rötung, Juckreiz und Bläschenbildung an der Berührungsstelle. Insektengiftallergien können neben lokaler Schwellung auch systemische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock verursachen. Bei Medikamentenunverträglichkeiten reicht das Beschwerdebild von Hautreaktionen bis zu lebensgefährlichen allergischen Notfällen mit Kreislaufversagen.
Wann sollte ich bei Verdacht auf eine Allergie zum Arzt gehen?
Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn Beschwerden regelmäßig oder zu bestimmten Jahreszeiten auftreten und den Alltag beeinträchtigen. Besonders wichtig ist ärztliche Hilfe bei anhaltenden Atemwegsbeschwerden wie Hustenanfällen, pfeifender Atmung oder Atemnot, da sich daraus ein allergisches Asthma entwickeln kann. Auch bei wiederkehrenden Hautreaktionen wie Quaddeln, Ekzemen oder starkem Juckreiz nach bestimmten Situationen sollte eine medizinische Abklärung erfolgen. Nach einer heftigen allergischen Sofortreaktion mit Schwellungen im Gesichts- und Halsbereich, Kreislaufproblemen oder Atemnot ist umgehend ein Notarzt zu rufen. Die frühzeitige Diagnose durch einen Allergologen oder Immunologen verhindert die Verschlimmerung der Überempfindlichkeit und ermöglicht eine gezielte Therapie der allergischen Erkrankung.
Wie werden Allergien diagnostiziert?
Die allergologische Diagnostik beginnt mit einem ausführlichen Anamnesegespräch zur Krankheitsgeschichte und möglichen Auslösern. Anschließend erfolgt typischerweise ein Hauttest, meist der Prick-Test, bei dem verdächtige Allergene auf die Haut aufgebracht und die Hautreaktion nach 15-20 Minuten beurteilt wird. Ergänzend können Blutuntersuchungen (spezifische IgE-Antikörperbestimmung) durchgeführt werden, um den Allergennachweis zu erbringen. Bei Nahrungsmittelverdacht kommen Eliminations- und Provokationstests zum Einsatz, wobei bestimmte Lebensmittel zunächst vermieden und später kontrolliert wieder eingeführt werden. In speziellen Fällen werden Nasenprovokationstests oder Lungenfunktionstests eingesetzt, um die Allergenbelastung gezielt zu messen. Die umfassende Allergiediagnostik ermöglicht die gezielte Entwicklung eines Therapieplans für den Betroffenen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Allergien?
Die Allergietherapie basiert auf drei Säulen: Allergenkarenz, medikamentöse Behandlung und spezifische Immuntherapie. Die Vermeidung der auslösenden Substanzen ist der erste Schritt – sei es durch Pollenfilter, milbendichte Matratzenbezüge oder Ernährungsanpassung. Zur symptomatischen Behandlung werden Antihistaminika gegen Juckreiz und Schnupfen, kortisonhaltige Präparate bei Entzündungsreaktionen und Mastzellstabilisatoren zur Vorbeugung eingesetzt. Bei schweren allergischen Beschwerden kommen Biologika zum Einsatz, die gezielt in die Immunreaktion eingreifen. Die einzige ursächliche Behandlungsmethode ist die Hyposensibilisierung (Allergie-Impfung), bei der über mehrere Jahre steigende Allergenmengen verabreicht werden, um das Immunsystem langsam an den Reizstoff zu gewöhnen und eine Toleranz aufzubauen.
